Millionenschäden durch Unwetter - Hagel und Sturm verwüsten Weinberge
10.06.2010 - REGION
Verwüstete Weinberge, vollgelaufene Keller und überflutete Straßen: Heftige Unwetter mit Hagel und sintflutartigem Regen haben in Rheinland-Pfalz und Hessen einen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Auf 20 bis 30 Millionen Euro belaufen sich nach einer ersten Schätzung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd allein die Schäden auf den Weinbergen und Äckern im besonders betroffenen Süden des Landes. Mainz blieb nach Feuerwehrangaben hingegegen weitgehend verschont.
In Hessen wurden in der Nacht zum Donnerstag Straßen und Keller überflutet. Blitze schlugen in mehrere Häuser ein. In Flörsheim (Main-Taunus-Kreis) fiel nicht nur in einigen Gebieten der Strom aus, dort standen auch einige Keller bis zur Decke unter Wasser. Grund dafür war der Ausfall von Abwasser-Pumpstationen, vermutlich durch einen Blitzeinschlag.
Mehrere Menschen wurden bei den Unwettern verletzt
Mehrere Menschen wurden bei den Unwettern verletzt, Feuerwehr und Polizei waren im Dauereinsatz. Allein in der Südpfalz, wo ganze Straßenzüge überflutet wurden, gingen binnen weniger Stunden 690 Notrufe ein. Betroffen war neben der Pfalz vor allem auch Rheinhessen.
Nach Angaben des Bauern- und Winzerverbandes sind auf einer Fläche von etwa 6.000 Hektar die Weinreben fast vollständig zerstört worden – das wäre fast ein Zehntel der Anbaufläche im Land insgesamt. Auch auf den Gemüse- und Getreideäckern gebe es große Schäden, hießt es.
In Rheinhessen liefen außerdem zahlreiche Keller voll. Die Leitstelle der Feuerwehr Mainz, die auch für die Kreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms zuständig ist, registrierte zwischen 21.30 Uhr und 0.30 Uhr rund 180 Notrufe. Die meisten Einsätze gab es im Bereich zwischen Worms und Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis) sowie zwischen Osthofen (Kreis Alzey-Worms) und Guntersblum (Kreis Mainz-Bingen). In Guntersblum pumpte die Feuerwehr 16 Keller leer. Auch rund um Westhofen und in Worms war sie im Dauereinsatz. In Worms-Pfeddersheim riss der Sturm ein 400 Quadratmeter großes Blechdach von einem Firmengebäude.
Die Wassermassen hatten außerdem Kanaldeckel hochgespült, Geröll musste von Straßen entfernt werden. Eine Schlammlawine und ein umgestürzter Baum machten die L 437 zwischen Eimsheim und Guntersblum sowie die Straße zwischen Uelversheim und Dienheim unpassierbar. In Oppenheim wurden vier Autos zum Teil schwer beschädigt, als ein Baum auf einem öffentlichen Parkplatz in der Mainzer Straße umstürzte.
Vom starken Regen war Frankfurt besonders betroffen. Dort rückte die Feuerwehr knapp 100 Mal aus. Wie ein Sprecher berichtete, stand in Unterführungen und Kellern das Wasser teilweise einen halben Meter hoch.
Am Frankfurter Flughafen mussten nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport 15 Flüge nach Stuttgart, Köln und Düsseldorf umgeleitet werden.
In Mannheim registrierte das Polizeipräsidium zirka 400 Notrufe, die Feuerwehr meldete 300 Einsätze, überwiegend aufgrund vollgelaufener Keller. Auch in Ludwigshafen war die Feuerwehr im Dauereinsatz.

