Frankfurter Ausstellung "Made in Turkey" an zehn Orten und mit einem 400-seitigen Katalog
(dpa) Es ist eines der größten Ausstellungs-Projekte, das die Stadt Frankfurt in den vergangenen Jahren zu sehen bekam: 55 Künstler aus vier Generationen zeigen an insgesamt zehn Orten in der Innenstadt eine nahezu unüberschaubare Masse an Gemälden, Plastiken und Videoinstallationen. Und so umfangreich diese gigantische Ausstellung ist, so ehrgeizig ist ihr Ziel: "Made in Turkey" will begleitend zur Frankfurter Buchmesse einen Überblick geben über die Positionen türkischer Künstler von 1978 bis heute. Die Türkei ist vom 15. bis 19. Oktober Ehrengast der Buchmesse. Allein der Katalog zur Ausstellung sprengt übliche Formate - er ist ein schweres, gebundenes Buch, fast 400 Seiten stark. Zu finden sind darin alle vertretenen Kunstwerke samt Beschreibung und Kommentar in deutscher und türkischer Sprache. Die Masse der gezeigten Werke erschlägt dann aber doch. Nahezu unmöglich ist es, alle Arbeiten in der Paulskirche, dem Dom, im Archäologischen Museum, im Römer9, im Atelierfrankfurt, im Frankfurter Kunstblock FKB, in der Ausstellungshalle, der Weißfrauen Diakoniekirche, der Ausstellungshalle der Expozeil und dem Deutschen Filmmuseum eingehend zu studieren - zumal elf Künstler ihre Installationen und Wandmalereien erst direkt vor Ort gestalten. Die Ausstellung beginnt mit Arbeiten der späten 1970er Jahre und will damit nach Angaben der Veranstalter die "historische Entwicklung der türkischen Kunst nachvollziehbar" machen. Herzstück ist dabei die Paulskirche. Hier gibt es eine erzählende Einführung in die Kunst der Türkei. Die anderen neun Ausstellungsorte widmen sich mit rund 150 Arbeiten jeweils unterschiedlichen Aspekten. "Made in Turkey" fragt etwa, ob wir uns über kulturelle Grenzen hinaus auf einen Horizont der Vergangenheit einigen können; zeigt die Reaktionen türkischer Künstler auf gegenwärtige Konflikte oder sucht den Dialog der Religionen", meint Kuratorin Heike Stockhaus. Die Arbeiten stammen aus türkischen Museen und Privatsammlungen. bis Anfang November in der Frankfurter Innenstadt. www.madeinturkey-project.org

