Hollywood in Frauenstein: Welt der Filmstars bestimmt bunten Fastnachtszug
21.02.2012 - FRAUENSTEIN
Von Beke Heeren-Pradt
FASTNACHT Die Welt der Filmsternchen bestimmt den diesjährigen bunten Frauensteiner Zug / Riesiger Zulauf / „Es werden jedes Jahr mehr“
„Hollywood in Frauenstein - so schön kann Molsberjer Fassenacht sein!“ Das diesjährige Motto der Frauensteiner Fastnacht nahmen viele Teilnehmer des farbenfrohen Rosenmontagsumzuges in Wiesbadens „Rheingauer“ Stadtteil wörtlich: Sie kamen in phantasievollen Kostümen und glitzernden und glänzenden Gefährten, die sich ab 13.11 Uhr als langer Zug wie ein Lindwurm durch die engen Gassen des Ortes schlängelten.
Nach wandelnden Filmrollen und -klappen tanzt Graf Dracula durch den Ort. In einer veritablen Stretch-Limousine (die einige Schwierigkeiten hat, sich in den engen, an beiden Seiten von jeder Menge Menschen gesäumten Straßen fortzubewegen) finden sich Berühmtheiten wie Michael Jackson oder Film-Diven mit Pelz, langen Handschuhen und Zigarettenspitze. Umgeben von Bodyguards mit den typischen „Knöpfen“ im Ohr. Eine ganze Horde Piraten, scheinbar dem „Fluch der Karibik“ entsprungen, tobt durch Frauenstein, ebenso Cowgirls und Indianerinnen, die ihre Lassos kreisen lassen.
Wild-West-Atmosphäre
„Großes Kino“ kündigt ein Wagen an, die „roten Hähne“ bewegen gar einen ganzen rollenden Saloon, der jede Menge Wild-West-Atmosphäre verbreitet. Die „Molsberjer“ scheinen beim Rosenmontagszug irgendwie allesamt auf den Beinen zu sein. Der alte Spottname, den die Dotzheimer ihnen verpassten, ist für die Fastnacht gerade recht. Fastnachtsstimmung beherrscht alle Gassen des Ortskerns, geschmückte Häuser, Stände mit Bratwurst, Kreppeln, Sekt und Wein am Straßenrand zeigen, dass nicht nur die Geschäfte des Ortes dabei sind beim Fastnachtsspektakel. Die Molsberjer im Ortskern öffnen Türen, Keller und Küchen und versorgen aus Spaß an der Freud‘ Besucher, Gäste und Fastnachter mit allem Nötigen - wer eine Spende dafür geben will, kann das tun, wer sich umsonst durchfuttern möchte, wird nicht zum Bezahlen gedrängt.
„Wir sind sehr stolz darauf, dass der Umzug einen solchen Erfolg hat“, sagt Klaus Wolf, „Obernarr“, Gründungsmitglied und Vorsitzender der „Molsberjer Narr’n“, die erst 2005 die Idee eines Rosenmontagszuges in die Tat umsetzten - und einen unerwartet riesigen Zulauf hatten. „Es werden jedes Jahr mehr Leute, die kommen und mit uns feiern“, berichtet der Chef des Vereins, der schon zu Beginn des Zuges auf der Tribüne vor der katholischen Kirche leicht heiser ist, und ergänzt: „Das Tolle ist vor allem auch, dass der ganze Ort mitmacht. Es sind eine Menge ehrenamtliche Helfer unterwegs beim Straßensperren, bei der Begleitung des Zuges. Wir arbeiten wunderbar zusammen mit der freiwilligen Feuerwehr, dem 3. Polizeirevier, dem Deutschen Roten Kreuz und den Ordnungsbehörden der Stadt.“
Viele Jahre galt der Frauensteiner Zug als Geheimtipp unter den Wiesbadener Narren - wer jedoch am Rosenmontagmittag durch Frauenstein streift, dem scheint dies nicht mehr wirklich zuzutreffen. Viele, viele Fastnachtsfreunde in bunten Kostümen drängen sich entlang der Gassen, darunter viele Familien mit Kindern. Und für die ist der Ausflug auch noch richtig einträglich. Große Tüten und Beutel füllen die Kinder mit Süßem, Popcorn und jeder Menge anderer „Beute“, die großzügig aus dem Wagen und von den vorbeilaufenden Teilnehmern des Zuges geworfen werden.
Ein Karnevalshit nach dem anderen ertönt aus den verschiedenen Lautsprechern und animiert die Zuschauer auch schon mal zu einem spontanen Tänzchen. Spielmannszüge aus Frankfurt, Pfungstadt, das „Drumcorps“ aus Mannheim und sogar eine Gruppe mit Guggemusik defilieren vorbei an der Tribüne mit den Ehrengästen, unter denen auch Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Nickel und Landtagsabgeordneter Ernst-Ewald Roth mitfeiern. Und das Ganze bei „Kaiserwetter“, für das in seiner ganzen Begeisterung der Vereinsvorsitzende der „Molsberjer Narr’n“, Klaus Wolf als Zugkommentator, gern auch noch die Verantwortung übernimmt.

