Alle Karnevalisten an Deck!
31.01.2011 - WIESBADEN
Von Falk Ruckes
FIDELE NARREN Dreifach donnerndes „Ahoi!“ vom Piratenschiff / Großes Engagement für den Nachwuchs
Unter dem Motto „Stimmung, Humor und goldner Wein, so schön kann die Wiesbadener Fastnacht sein“ eröffneten die Fidelen Narren am Samstagabend in der übervollen Christian Bücher-Halle die fünfte Jahreszeit.
Dass diesmal alles unter dem Thema Piraten stand, zeigte sich bereits am aufwendigen Bühnenbild von Andreas Taschler, der mit viel Liebe fürs Detail die Bühne in das Deck eines Piratenschiffes verwandelt hatte. Außerdem wurde das dreifach donnernde „Helau“ den gesamten Abend über durch ein dreifaches „Ahoi“ ersetzt.
Gespensterwesen
Auch dieses Jahr gaben sich die Kinziggeister wieder die Ehre und zogen mit eindrucksvollen schwarz-weißen Kostümen und bizarren Geistermasken ein, die sie wie Gespensterwesen aus einem Schauerroman erscheinen ließen.
Passend zu den zwei Farben ihrer Verkleidung eröffneten sie die Vorstellung mit einer Blasmusik-Version des Michael Jackson-Hits „Black or White“ - selbstverständlich gekonnt neben der Melodie. Dass die Truppe jedes Jahr mit neuen Outfits zu überraschen weiß, veranlasste Sitzungspräsident Klaus Bansemir zu dem Scherz, dass die Kinziggeister unlängst eine eigene Halle angemietet hätten, um all ihre Masken aufzubewahren.
Im Anschluss wirbelte Tanzmariechen Nadine Janczewski über die Bühne, die seit zwölf Jahren dabei ist und sich mittlerweile selbst trainiert. Sie stellte unter Beweis, dass die Fidelen Narren die Jugendarbeit ganz groß schreiben. Dieses Engagement für den Nachwuchs zeigte sich aber auch in den Darbietungen der Little Dolls und dem Tanzpaar Nils Bilse und Melissa Golle sowie den schwungvollen Auftritten der Crazy Dolls und der Tanzgarde. Vor allem der mitreißende Showtanz der Gruppe „Surprise“ trieb zu fortgeschrittener Stunde noch einmal die Stimmung der Karnevalisten auf den Höhepunkt.
Majestätisch wurde es beim Einzug des Kinderprinzenpaares Julia III. und Moritz I., die von mehreren Gardemädchen aufs Piratenschiffdeck geführt wurden. Als Redner überschritt Guntram Eisenmann in seiner Paraderolle als „Mann vom Altpapier“ mit gewohnt geistreichem Witz die Grenzen der politischen Korrektheit und nahm die Ereignisse des vergangenen Jahres aufs Korn: Er spottete, wie nach der Staatspleite Griechenlands die Bundeskanzlerin Euro nach Athen trug und höhnte, dass die Deutsche Elf die WM nur verloren habe, weil Jogis Jungs nicht noch einmal, wie nach dem Sieg gegen Argentinien, von Angie in der Umkleide überrascht werden wollten.
Auch das „Dreigestirn“, bestehend aus Andreas Taschler, Michael Grossmann und Bernd Schäfer, brachte mit seiner Übersetzungsshow Deutsch-Englisch-Hessisch die Halle vor Lachen beinahe zum Bersten. Da wurde aus einem „Bitte räumen Sie den Tisch ab und säubern Sie diesen“ ein schlichtes hessisches „Abbuzze“. Als weiterer Redner überzeugte Detlef Sissol, der mit scharfer Zunge und trockenem Humor über seine nervige Verwandtschaft herzog. Gunther Raupach trat als Rettungsschwimmerin auf und Thomas Baum und Markus Lehmann lieferten sich als Meister Propper und Clementine ein humorvolles Wortgefecht.
Für die musikalischen Einlagen waren der Jungschlagerstar Sylvia Martens und Mallorca-Stimmungsmacher Joa Sänger verantwortlich.
Besonders die temporeiche Show der Playbacktruppe, die sich durch ein abwechslungsreiches Programm und einfallsreiche Kostüme auszeichnete, riss das Publikum von ihren Sitzen und ließ so mach einen auf Bänken und Tischen tanzen.

