Zugwagen der „Soko Flörsheim“ nimmt den Turmbau zu Weilbach aufs Korn
10.02.2012 - FLÖRSHEIM
Von Hildegund Klockner
„Unser Wagen wird der Höhepunkt im diesjährigen Fastnachtsumzug sein“, ist sich Gerit Kaus von der „Soko Flörsheim“ sicher. Ganz sicher, was dessen Höhe angeht. Die private Fastnachtsgruppe nimmt sich nun im vierten Jahr einem aktuellen politischen Thema in Flörsheim an und weckt für den traditionellen Zug am Fastnachtssonntag hohe Erwartungen.
In diesem Jahr fällt der Zugwagen der „Soko Flörsheim“ durch einen Turm von 1,70 Meter Höhe auf: „Der Turmbau zu Weilbach und wir, die Gärtner von der GRKW“ heißt das Motto der 20 kreativen Fastnachter, vorwiegend Frauen.
Kuscheltierschafe und ein Spielzeugwolf
An die 1,50 Meter hohen Seitenwände des Traktoranhängers sind Gräser und Kuscheltierschafe getackert. Die Krone des Turmes ist wie das im Bau sich befindende Original in den Weilbacher Kiesgruben eine Blüte von einem Radius von einem Meter. An der Blüte werden wie bei Mobiles kleine Flugzeuge befestigt: „Wir haben mit unserem Motivwagen zwei Anliegen: Der Turm in Weilbach ist zum Großteil von Fraport bezahlt und mit seinen Kosten von 500 000 Euro viel zu teuer. Das ist nicht nur unserer Meinung nach rausgeschmissenes Geld. Deswegen schmückt unseren Wagen eine große Mülltonne, in die Geld hineinfließt.“
Die Damen von „Soko Flörsheim“ bezeichnen sich selbst als „unkomplizierte Pragmatiker“. So fand der Turmaufbau vor drei Jahren schon einmal Verwendung in ihrem Mottowagen „Las Vegas - nein Danke“, als die Gruppe ihre ablehnende Einstellung zum geplanten Spielcasino in der Nähe der St. Josefskirche für die Fastnacht verdeutlichte. Die angedeuteten Backsteinwände werden dieses Jahr mit PVC verkleidet, damit der neue Turm dem Original als ökologischem Lärchenholz ähnelt.
Warum die Damen noch einen Kuscheltierwolf suchen oder einen Spielzeughuskie, „der braun angesprüht werden kann“, dieses Rätsel werden die Umzugsteilnehmer am Fastnachtssonntag lösen können. Die „Soko Flörsheim“ besteht aus eifrigen Sitzungsbesuchern aus Flörsheim und der Nachbarschaft. „Wer es fertigbringt, fehlerfrei ‚Hall die Gail‘ zu rufen, kann bei uns mitmachen“, sagt Gerit Kaus. Themen von „Soko Flörsheim“ sind übrigens: Bauarbeiter der „Flörsheim-Kolonnaden“, „Las Vegas - nein Danke!“, „Käpt’n Iglo rettet den Haushalt“.

